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ID Austria löst Handysignatur ab: Neuer digitaler Ausweis ab 5. Dezember in Österreich verfügbar

Die Handysignatur wird ab dem 5. Dezember in Österreich durch die ID Austria ersetzt, die ab 2026 EU-weit gültig sein wird.

Ab 5. Dezember wird die Handysignatur in Österreich von der neuesten digitalen Entwicklung, der ID Austria, abgelöst. Diese wird nicht nur als digitaler Ausweis für das Internet in der Alpenrepublik, sondern ab 2026 EU-weit Verwendung finden. Sie ermöglicht ihren Benutzern, sich per Smartphone eindeutig zu identifizieren und viele Behördengänge online zu absolvieren.

ID Austria - ein Ausweis für das digitale Zeitalter

"Österreich hat eine sehr gute und starke Tradition was digitale Signaturen betrifft", befand Tursky kürzlich vor Journalisten. Zu einem "Digitalisierungs-Boost" habe zusätzlich die Coronapandemie geführt. 2,8 Millionen Nutzer verzeichnete die Handy-Signatur bis Anfang Oktober, 1,5 Millionen würden aber auch bereits die ID-Austria im Pilotbetrieb besitzen.

ELGA & Co sind einsehbar

Die Bürger in Österreich nutzen den digitalen Ausweis hauptsächlich über Finanzonline, um beispielsweise ihre Arbeitnehmerveranlagung einzureichen oder sich im Onlineportal der Sozialversicherung anzumelden. Zudem können etwa Arztbesuche dokumentiert und Wahlzahnarztrechnungen eingereicht werden oder das Pensionskonto eingesehen werden. Eine weitere Anwendung ist der Einblick in die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA), wodurch unter anderem der E-Impfpass einsehbar wird.

Digitaler Altersnachweis

Der digitale Führerschein und der digitale Altersnachweis sind aufgrund des hohen Interesses ebenfalls Teil von ID Austria, sagte Tursky unlängst.

  • Bereits am 11. September präsentierte Staatssekretär Florian Tursky den digitalen Altersnachweis. Ob im Klub, im Kino oder beim Einkaufen, häufig müssen Jugendliche ihr Alter nachweisen - mit der ID Austria und der App "eAusweise" ist dies unkompliziert und sicher am Smartphone möglich. Der digitale Altersnachweis wurde bereits mehr als 30.000 Mal aktiviert und ist nach dem Führerschein und dem Schülerausweis bereits der dritte vorgestellte digitale Ausweis Österreichs innerhalb eines Jahres.

Die Handysignatur werde man mit 5. Dezember abschalten. "Ab dem Moment wird auch automatisch mit jedem Pass eine ID-Austria ausgestellt."

App: "Digitales Amt"

Die zugehörige App zur ID Austria nennt sich "Digitales Amt". Sie ersetzt die bisherige App Handysignatur und ist nur auf Smartphones mit Fingerabdruck- oder Gesichtsscanner nutzbar. In der App werden direkte Links zu verschiedenen Amtswegen angeboten - sei es um den Hauptwohnsitz zu ändern oder eine Wahlkarte zu beantragen.

Neue App: Digitales Amt.
©APA/HANS KLAUS TECHT

Digitale Dokumente

Die zweite App mit dem Namen "eAusweise" hält digitale Dokumente, wie den Führerschein, bereit und wird künftig auch weitere Ausweise wie den Zulassungsschein, den Personalausweis und die E-Card speichern. Allerdings: Der digitale Führerschein ist nur dann verwendbar, wenn Menschen bereits im Besitz eines Scheckkartenführerscheins sind.

Umstieg auf ID Austria

Handysignatur-Nutzer können jederzeit auf die ID Austria wechseln - und dies ist sogar ab dem 5. Dezember möglich. Hierzu braucht man nur die Website des österreichischen Staats besuchen, das Anmelde-Symbol auswählen und die Option "Umsteigen von Handy-Signatur auf ID Austria" anklicken. Nachdem man sich mit der Handysignatur eingeloggt und zugestimmt hat, erhält man die "ID Austria mit Basisfunktion", die dieselben Funktionen wie die bisherige Handysignatur bietet. Wer mehr Funktionen nutzen möchte und den E-Ausweis auf dem Handy wünscht, benötigt die "ID Austria Vollversion", die einen persönlichen Besuch bei einer Registrierungsstelle erfordert.

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Ab 2026 EU-weit einsatzfähig

Die ID Austria ist nicht nur für österreichische Staatsbürger erhältlich. Auch ausländische Staatsbürger können diese in den einzelnen Landespolizeidirektionen beantragen. Ein Bezugsbeleg zum Inland ist allerdings zwingend erforderlich. Ab 2026 akzeptieren alle EU-Staaten die digitalen Ausweise nach dem gemeinsamen europäischen Standard. Österreicher können dann beispielsweise ihren Führerschein in der gesamten EU vorzeigen oder dortige digitale Behördengänge erledigen.

Wer kein Smartphone besitzt oder will, kann laut Digitalstaatssekretär Tursky auch mit einem Bluetooth-Stick auf einem Stand-PC die ID Austria benutzen. Alle Behördengänge sind weiterhin auch persönlich mit Papierdokumenten möglich - es wird laut Tursky keinerlei Behördengänge geben, die nur online möglich sind.

Firmengründung möglich

Die ID Austria kann ab sofort auch online beim Notar verwendet werden. Ermöglicht wird das durch die Partnerschaft der ID Austria mit dem österreichischen Start-up-Unternehmen notarity, das bereits seit einem Jahr als Internetplattform für die Vermittlung und technische Abwicklung von Online-Notariatsdienste erfolgreich ist. Eine Vielzahl von notariellen Behördenwegen - von der Beglaubigung von Unterschriften oder Dokumenten über Vollmachtserklärungen bis hin zu Liegenschafts- oder Firmenrechtsangelegenheiten - wird damit noch einmal deutlich erleichtert und beschleunigt. Wer eine ID Austria mit Vollfunktion besitzt, kann damit nun in Österreich ein neues Unternehmen - egal ob GmbH, Personengesellschaft oder künftige "Flexible Kapitalgesellschaft" (FlexKap) - komplett online in weniger als zehn Minuten gründen. (VOL.AT/APA)

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