So will Bildungsminister Polaschek die Lehrer entlasten

Bildungsminister Polaschek sprach in "Vorarlberg LIVE" über aktuelle Bildungsagenden.
Bildungsminister Polaschek sprach in "Vorarlberg LIVE" über aktuelle Bildungsagenden. ©VOL.AT
Im "Vorarlberg LIVE"-Gespräch bezog Bildungsminister Martin Polaschek Stellung zu aktuellen Ressort-Themen wie die Attraktivierung des Lehrerberufs, die Etablierung der Sommerschule oder eine Überarbeitung des Lehrplans.

Bei Amtsantritt Anfang Dezember des Vorjahrs erklärte Bildungsminister Martin Polaschek, dass er sich erst ein Gesamtkonzept machen will, bevor er die Schritte für die kommenden Jahre festlegt. "Mein Bild hat sich durchaus geschärft", sagt er nun bei Vorarlberg Live. Zu den aktuellen Themen, an denen im Bildungsministerium gearbeitet werde, gehöre etwa die Attraktivierung des Lehrerberufs, die Etablierung der Sommerschule und eine Überarbeitung des Lehrplans.

Langfristige Bildungsmaßnahmen werden jedoch durch aktuelle Krisen überlagert. Denn vorangig sei im Moment, wie es im Herbst mit der Pandemie weitergeht und die Betreuung der ukrainischen Kinder. Bislang befinden sich bereits 9000 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine im österreichischen Bildungssystem.

Erste Maßnahmen laufen

Durch diese Mehrbelastungen im Schulsystem tritt der Lehrermangel noch deutlicher hervor. Auch in Vorarlberg ist die Personalsituation ein brennendes Thema. Erste Maßnahmen seien schon in die Wege geleitet worden - etwa die Förderung von Quereinsteigern. Es gehe zudem darum, in der Öffentlichkeit wieder ein positives Bild von Lehrern zu zeichnen.

In Vorarlberg ist geplant, Lehrer aus anderen Bundesländern abzuwerben: Etwa durch Benefits wie einen Mietzuschuss oder durch das Klimaticket. "Gerade in Vorarlberg ist die Situation herausfordernd", räumt Polaschek ein. Zuschläge lehnt er aber prinzipiell ab: "Ich denke nicht, dass es sinnvoll wäre, eine Berufsgruppe im öffentlichen Dienst herauszugreifen." Wichtig bei der Aufwertung des Berufs sei, dass Lehrer von administrativen Tätigkeiten mehr entlastet werden.

Überarbeitung der Stundenpläne

Zur Gesamtschule sagt Polaschek, dass ein differenzierteres Schulsystem sinnvoller sei: "Wichtig ist mir, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen." Wie vermeidet man aber ein Zwei-Klassensystem in der Bildung? "Es geht auch darum zu zeigen, dass es keine Werteabstufung gibt, sondern die verschiedenen Schulen eine bestimmte Ausrichtung haben, um dem Interesse der Kinder zu entsprechen", erklärt Polaschek. Auf die Nachfrage, ob die Stärken der Kinder im aktuellen Schulsystem wirklich ausreichend berücksichtig werden, meint er: "Wir haben mit den verschiedenen Themenbereichen und mit den Stundenplänen, die wir gerade überarbeiten, ein gutes Instrumentarium, um auf die Kinder entsprechend einzugehen."

Die Sommerschule wird es heuer wieder geben. Die Schüler haben dadurch die Gelegenheit, Stoff nachzuholen und zu vertiefen. Im Moment gibt es noch einen Fokus auf die Hauptfächer. Eine Ausweitung auf weitere Fächer ist nicht unmittelbar geplant, sagt Polaschek: "Die Sommerschule ist jetzt einmal dabei in das Regelsystem zu kommen, das ist schon ein sehr wichtiger Schritt." Ein Erfolg hänge letztendlich davon ab, wie das Angebot von den jungen Leuten angenommen wird, sagt der Minister.

PCR-Tests bis zum Sommer

Zum Thema Coronatests meint Polaschek, dass er nach derzeitigem Stand davon ausgeht, dass bis zum Ende des Schuljahres weiterhin ein PCR-Test pro Woche gemacht wird. Er stehe zudem "in engem Austausch" mit dem Gesundheitsministerium: "Wir erarbeiten gerade ein Bündel an Maßnahmen." Schulschließungen will er vermeiden, könne er jedoch im Herbst nicht komplett ausschließen. Alles hänge von der Gesamtsituation ab.

Für die Matura zieht der Bildungsminister schon jetzt eine positive Bilanz: "Die Benotungen ist zwar noch nicht abgeschlossen, ich rechne aber mit guten Ergebnissen."

Die ganze Sendung vom Montag

Die Sendung "Vorarlberg LIVE" ist eine Kooperation von VOL.AT, VN.at, Ländle TV und VOL.AT TV und wird von Montag bis Freitag, ab 17 Uhr, ausgestrahlt. Mehr dazu gibt's hier.

(VN/VOL.AT)

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